Wortassoziationstest

 

(= W.) [engl. word association test], [DIA, KOG, KLI, PER], Gruppe von Verfahren, bei denen der Pb auf ein vorgegebenes Stimuluswort eine oder mehrere Antworten liefern soll, und zwar das oder die ersten, die ihm in den Sinn kommen. Unterschieden werden neben dem Einwort- vs. fortgesetzten Assoziieren zudem die Varianten der freien vs. gebundenen Assoziation. Bei Letzterer sind die Assoziationen gemäß einer vorgegebenen Regel (z. B. Zugehörigkeit zu einem best. Oberbegriff oder ein best. Anfangsbuchstabe) zu liefern. Die freie Einwortassoziation spielte eine bedeutende historische Rolle in der klin. Anwendung, u. a. durch C. G. Jung «Einsatz zur Aufklärung von Komplexen» und E. Bleuler (i. R. der Formulierung seiner Schizophrenie-Konzeption). Weitere wichtige Anwendungsgebiete waren die Allg, Ps., die Persönlichkeits- und Kreativitätsforschung. Umfangreiche Normenwerke wurden dazu erstellt, allen voran die Kent-Rosanoff-Assoziationstabellen, in denen die Antworten von 1000 Personen auf 100 engl.sprachige Wörter detailliert aufgelistet wurden. In der klin. Anwendung wird heute in breiterem Maße lediglich die fortgesetzte freie Assoziationen unter der modernen Bez. der Wortflüssigkeitstests eingesetzt, deren Ergebnisse als Indikatoren für das semantische Gedächtnis (semantisch gebundene Assoziationen) bzw. exekutive Funktionen (formal gebundene Assoziationen) gelten.

Referenzen und vertiefende Literatur

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