Zajonc-Lazarus-Kontroverse

 

[engl. Zajonc-Lazarus debate], [EM], Kontroverse in den 1980er-Jahren um den Zus.hang zw. Kognition und Emotion (Emotionen). Während Zajonc (1980) davon ausging, dass Emotionen und Kognitionen unabhängig voneinander bestehen können, vertrat Lazarus(Lazarus, 1982) den Standpunkt, dass kogn. Einschätzungen (Bewertungen) den Emotionen immer vorausgehen. Welche Emotionen auf einen Reiz hin entstehen, hängt demnach davon ab, wie er interpretiert bzw. bewertet wird (Emotionstheorien, kognitive). Zajonc bestritt nicht, dass Kognitionen Emotionen vorausgehen können. Er lehnte sie jedoch als notwendige Bedingung ab. Emotionen könnten auch ganz ohne Kognitionen auftreten. Aus heutiger Sicht scheint die Debatte eher eine Debatte um Def. zu sein. Es gibt aus der Hirnforschung (Gehirn) Hinweise darauf, dass bewusste Bewertungen, an denen das Großhirn beteiligt ist, von solchen zu unterscheiden sind, die ohne Beteiligung des Großhirns ablaufen und somit unbewusst sind (LeDoux, 1996). Die unbewusste Bewertung besteht in der Klassifikation von Reizen als neu oder bekannt und als bedrohlich oder harmlos. Das Ergebnis dieser unbewussten Bewertung kann bereits das hormonelle und das vegetative System (Nervensystem) beeinflussen, bevor die Information das Großhirn erreicht hat. Damit können z. B. physiol. Komponenten (Physiologie) von Emotionen ohne bewusste Kognitionen auftreten.

Referenzen und vertiefende Literatur

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