Zajonc, Robert B.

 

(1923−2008),  [HIS, EM, SOZ], Robert Boleslaw Zajonc wurde in Łódź, Polen, geb. Er verlor durch einen Bombenangriff seine Eltern, geriet in dt. Gefangenschaft und studierte nach Kriegsende in Paris und Tübingen. 1948 emigrierte er in die USA. 1955 erwarb er seinen Doktorgrad an der University of Michigan in Ann Arbor, wo er bis 1994 als Sozialpsychologe lehrte. Er wechselte dann an die Stanford University in Kalifornien. Er wurde durch einige originelle Hypothesen bekannt. Hierzu zählt die Mere-presence-Hypothese im Bereich der Social-Facilitation-Forschung (soziale Leistungsaktivierung), nach der die einfache Anwesenheit [engl. mere presence] anderer Personen (sowohl audience als auch co-action) das Antriebsniveau der betreffenden Person erhöht, was zur erleichterten Abgabe dominanter Reaktionen und damit zur Leistungssteigerung führen soll, wenn die dominanten Reaktionen für die Leistung förderlich sind (Zajonc, 1965). In Grenzen soll diese Hypothese auch für Tiere gelten. Im Bereich der Einstellungsforschung untersuchte Zajonc den Sachverhalt der Entwicklung pos. Einstellungen durch häufigere Darbietung von Reizen (Mere-Exposure-Effekt; Zajonc, 1968). Eine weiteres, umstrittenes Modell von Zajonc war das «Konfluenzmodell» [engl. confluence model], nach dem die intellektuelle Entwicklung von Kindern in Abhängigkeit von der Reihenfolge der Geschwister erklärt wurde und u. a. behauptet wurde, dass später geb. Kinder einer Familie eine niedrigere Intelligenz besitzen (Zajonc & Markus, 1975). Eine weitere, originelle Fragestellung von Zajonc war, ob lange zus. lebende Ehepartner sich ähnlicher sehen und warum dies so ist (Zajonc et al., 1987). Zw. Zajonc und Richard S. Lazarus gab es einen wiss. Disput zur Frage des Zusammenhangs von Emotionen und Kognitionen (Zajonc-Lazarus-Kontroverse). Zajonc starb im Alter von 85 Jahren in Stanford.

Referenzen und vertiefende Literatur

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