Zeichen

 

[engl. sign; lat. signum], [KOG], nach DIN 44330: «Ein Element aus einer zur Darstellung vereinbarten endlichen Menge von versch. Elementen. Die Menge wird Zeichenvorrat (character set) genannt. Bsp. für Zeichen sind die abstrakten Inhalte von Buchstaben des gewöhnlichen Alphabets, Ziffern, Interpunktionszeichen, Steuerzeichen und andere Ideogramme. Zeichen werden üblicherweise durch Schrift (Schriftzeichen) wiedergegeben oder technisch verwirklicht durch Lochkombinationen, Impulsfolgen und dgl.» Linguistisch ist Zeichen der zentrale Begriff der Semiotik, nach de Saussure (1916) die Verbindung einer Bedeutung mit einer Zeichenform. Im Zeichen sind Zeichenform (signifiant Bezeichnendes) und Bedeutung (signifié Bezeichnetes) einander zugeordnet; ein Zeichen entsteht erst durch die Verbindung einer Zeichenform mit einem Bezeichneten (semantische Beziehung, Semantik). Man unterscheidet ikonische, Index- und Symbolzeichen; sprachliche Zeichen sind meist Symbolzeichen. Die Zuordnung von Zeichenform und Bezeichnetem ist in natürlichen Sprachen weitgehend beliebig, bis auf jene Fälle, die als Lautmalerei (Onomatopöie) bez. werden können. Da Zeichen i. d. R. nur in Zeichensystemen vorkommen, interessiert, wie die Zeichen eines best. Systems mit anderen Zeichen desselben Systems in Beziehung treten (syntaktische Beziehung, Syntax). Zwei grundsätzliche Beziehungsarten werden unterschieden: die syntagmatische und die paradigmatische. Eine syntagmatische Beziehung besteht zw. den Zeichen einer Zeichenfolge. Eine Zeichenfolge wird Syntagma genannt. In paradigmatischer Beziehung stehen Zeichen, die einander innerhalb einer best. Umgebung, d. h., an best. Stellen einer gegebenen Zeichenfolge, ersetzen können.

Referenzen und vertiefende Literatur

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