Zeigarnik, Bluma Wulfowna

 

(nach neuerer Umschrift: Seigarnik, Bljuma Wulfowna) (1900–1988), [HIS, KLI, KOG], russische Psychologin jüdischer Herkunft, in Puenaj (Litauen) geb., 1920–1022 Studium an der humanwissenschaftlichen Fakultät in Kowno, ab 1922 Gasthörerin in Berlin, 1925 Ergänzungsprüfung, von da ab ordentliche Studentin. 1927 Promotion bei K. Lewin mit der Untersuchung über das Behalten unerledigter Handlungen (Wiederaufnahme von unterbrochenen Handlungen), die zum Zeigarnik-Effekt führte. Die Versuchsreihen von Bluma Zeigarnik wurden 1924 bis 1926 an 164 Kindern und Erwachsenen durchgeführt. Die Vpn mussten Aufgaben «möglichst gut und schnell» erledigen (Zeigarnik, 1927, S. 4). Die Hälfte dieser Aufgaben ließ Zeigarnik jew. zu Ende führen, bei der anderen Hälfte – also etwa bei jeder zweiten Aufgabe – unterbrach sie ihre Vpn, wenn diese besonders intensiv arbeiteten. Dann legte sie eine neue Aufgabe mit der Anweisung vor: «Jetzt machen Sie bitte dies!» Im Anschluss an die Versuchsreihe wurde geprüft, an welche Aufgaben sich die Vpn noch erinnerten. Die unerledigten Handlungen wurden fast doppelt so gut behalten wie die erledigten. Der Quotient aus den behaltenen unerledigten (BU) und den behaltenen erledigten Aufgaben (BE) – heute Zeigarnik-Quotient genannt – betrug 1,9. 1931 ging Zeigarnik zurück nach Russland. Sie arbeitete dort in der Zeit des Stalinismus unter schwierigsten Bedingungen zus. mit Wygotski und anderen führenden russischen Psychologen an pathopsychol. Fragestellungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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