Zeitfehler

 

(= Z.) [engl. time error], [WA], aus der klass. Psychophysik stammender Begriff. Es handelt sich um einen Effekt aus der Gruppe der sog. konstanten Fehler und bezieht sich auf die Reihenfolge, in der zwei Reize der Vp zum Vergleich vorgelegt werden. Von neg. Z. spricht man, wenn der zweite der beiden sukzessiv zu beurteilenden Reize überschätzt wird. Dies führt zu einer Veränderung der Unterschiedsschwelle in Abhängigkeit von der Reihenfolge. Positiver Z., d. h. Überschätzung des zuerst dargebotenen Elementes, tritt häufig auf, wenn die zw. der Reizabfolge liegende Zeit sehr kurz ist. Ob pos. oder neg. Z. auftritt, hängt noch von weiteren Variablen wie Figur-Grund-Relationen (Figur-Grund-Verhältnis) und Modalität (z. B. optisch oder akustisch) ab. Die bekannteste Theorie dieser Erscheinungen stammt von Köhler und Lauenstein, die best. physiol. Prozesse im Spurenfeld zur Erklärung heranziehen. Auch die Theorie des Anpassungsniveaus von Helson stellt den Z. in Rechnung. Es gibt allerdings keine einzelne Theorie, die allen Erscheinungsweisen des Z. gerecht würde.

Referenzen und vertiefende Literatur

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