Zentrierung

 

(= Z.) [gr. κέντρoν (kentron) Mittelpunkt], [EW], [engl. centration], Piaget zerlegt eine visuelle Wahrnehmung in lauter Einzelwahrnehmungen (centrations), die im Laufe der Entwicklung durch höhere Wahrnehmungsfunktionen (activités perceptives) koordiniert werden (décentration). Jede Z. bedeutet eine subj. Vergrößerung des betreffenden Bildteils. Piaget, 1954.

[FSE], [engl. centering], eine Variablenz. liegt vor, wenn i. R. einer stat. Analyse statt der tatsächlichen Merkmalsausprägung X die Differenz zum Mittelwert

x_%7Bzent%7D%3Dx-%5Cbar%7Bx%7D

verwendet wird. Insbes. i. R. der Mehrebenenanalyse werden Prädiktorvariablen am Mittelwert zentriert, um entweder die Interpretation der Regressionsgewichte zu vereinfachen oder die relative Position (Big-Fish-Little-Pond-Effekt, Kontexteffekte) einer Beobachtung in einer Referenzgruppe modellieren zu können. Bei der Grand-Mean-Z. wird die Abweichung vom Mittelwert aller Stichprobenelemente bestimmt. Bei der Group-Mean-Z. wird die Abweichung vom Mittelwert einer Subgruppe bzw. eines Clusters ermittelt. Angenommen, die durchschnittliche Kompetenz aller Schüler beträgt 20. Ein Schüler mit einer Kompetenzausprägung von 15 befindet sich in einer Klasse mit geringer Kompetenz (Klassendurchschnitt = 10). Dann ergäbe sich bei der Grand-Mean-Z. ein unterdurchschnittlicher Wert von (15−20) = −5, wohingegen der Group-Mean-zentrierte Wert mit (15−10) = +5 eine überdurchschnittliche Ausprägung relativ zum Klassenmittelwert anzeigen würde. Eid et al., 2017. Ipsativierung.

[WA], Begriff aus der Gestaltpsychologie, der auf Gewichtsverteilung, Rangordnung der konstituierenden Teile, Eigenschaften usw. des gestalthaften Gefüges hinweist. Jedes seelische Gebilde weist eine best. Z. auf. Metzger, 1954.

Referenzen und vertiefende Literatur

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