Ziel

 

(= Z.) [engl. goal, target], [EM], die für eine gerichtete Handlung oder das Ergebnis einer konkreten Leistung mögliche und notwendige Vorgabe eines Endzustands oder Endprodukts (Z.setzungsmethoden). Z. sind Dreh- und Angelpunkte bei der Steuerung menschlichen Handelns. Sie bestimmen über die aktuelle Aufnahme, Ausführung, Veränderung und Beendigung von Handlungen und die anschließende Bewertung der zustande gekommenen Ergebnisse. Die Bildung von Z. kann sowohl durch externe Z.vorgaben angeregt werden als auch Ergebnis interner Prozesse sein, die bewusst oder auch unbewusst ablaufen. Nach abgeschlossener Z.bildung steuern Z. die Handlungsabläufe im Hinblick auf das angestrebte Ergebnis. Rückmeldungen im Handlungsverlauf ermöglichen Handlungskorrekturen auf dem Weg zur Z.erreichung. Ergebnisrückmeldungen unterstützen die eigene Bewertung des Handlungsergebnisses. Bei Bedarf können Handlungsverlauf und Handlungsz. korrigiert werden. Vor allem bei längeren Handlungsabläufen sorgt eine starke Bindung an das gesetzte Z. (Z.bindung) für ein ausdauerndes Bemühen, trotz möglicher Widerstände und Ablenkungen zum Z. zu kommen. Wenn der Handelnde dabei erkennt, dass sich sein Z. aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse auch bei größter Anstrengung nicht erreichen lässt, kann es vorteilhaft sein, sich vom ursprünglichen Z. zu lösen und es durch ein anderes zu ersetzen (Z.ablösung). Nach Abschluss einer z.orientierten Handlung folgt die Bewertung des Ergebnisses als Erfolg oder Misserfolg. Damit verbunden ist i. d. R. eine Ursachenzuschreibung, bei der Handlungsergebnisse internalen oder externalen, stabilen oder veränderbaren Ursachen zugeschrieben werden (Kausalattribution). Werden mehrere Z. gleichzeitig als persönlich wichtig erkannt, kann es zu Z.konflikten kommen, die im Extremfall zu psych. Störungen führen. Beim Handeln in Gruppen müssen persönliche Z. und Gruppenz. in Einklang gebracht werden, damit bei der Z.verfolgung keine Z.konflikte entstehen. Ein z.orientierter Handlungsablauf bei einer Gruppenaufgabe ist dann gewährleistet, wenn die persönlichen Ziele bekannt waren und i. S. des Gruppenz. aufeinander bezogen wurden.

[AO], ursprüngl. wurden die Voraussetzungen und Auswirkungen von Z.setzungen in der Arbeitsmotivationsforschung i. R. der allg. motivationalen Prozesse (Motivation) zur Verbesserung der Arbeitsleistung durch Anreizsysteme (Incentives), durch Partizipations- und Arbeitsstrukturierung untersucht. Ein umfassend angelegtes Forschungsprogramm wurde nach der Publikation von Locke et al. (1982) initiiert, in der sich die pos. Wirkung von Z.setzung auf die Arbeitsleistung bei allen 42 analysierten Arbeiten ergeben hatte. Aus den Modellen der Motivationsforschung konnten die Prinzipien der Entstehung von Z.setzungen (Motiv mal Situation) sowie auch die Bedingungen, die zur Z.bindung führen, für die «Arbeitshandlung» zur Verbesserung der Mensch-Arbeit-Interaktion nutzbar gemacht werden. Zielfokus, Prozessfokus und Ergebnisfokus.

Referenzen und vertiefende Literatur

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