Ziel-Wert-Klärung

 

(= ZWK), [KLI], eine von F. H. Kanfer i. R. des Selbstmanagement-Ansatzes entwickelte Methode, die insbes. die Therapiemotivation (Compliance)  und die Def. von Therapiezielen unterstützen soll. Sie basiert insbes. auf den Annahmen, dass menschliches Verhalten motiviert und zielorientiert erfolgt und Aufmerksamkeit und andere kogn. Prozesse für das zielorientierte Handeln entscheidend sind. Die ZWK soll insbes. die gezielt-kontrollierte Aufmerksamkeit i. S. der Zielverfolgung und die damit einhergehende zielorientierte Handlungssteuerung bzw. Handlungskontrolle, durch Klärung von pos. Zielen und Werten, verbessern. Werte werden als persönliche kogn. Präferenzen aufgefasst, die nicht notwendigerweise verhaltensrelevant werden. Ziele werden als erstrebenswerte Antizipationen zukünftiger Ereignisse oder Zustände def. Ziele sind mit einer expliziten Intention verbunden. Die ZWK erfolgt in 3 Phasen: (1) Produktionsphase: Identifikation von Sorgen, Problemen, Befürchtungen und damit einhergehenden EmotionenKognitionen und Verhaltensweisen auf Basis von Selbstbeobachtung (insbes. wiederkehrende Muster). (2) Phase der Auswertung der ZWK-Anregungen: Erarbeitung von Zielen und Perspektiven auf Basis der identifizierten Erfahrungen. Dabei erfolgt die Explikation und Strukturierung von Zielen und Zielerreichungsindikatoren. (3) Phase der Integration der ZWK in den Alltag: Priorisierung von Zielen im Alltag des Pat. unter Berücksichtigung von Techniken, Umsetzungsmöglichkeiten und Barrieren. Hier stehen i. d. R. die Entwicklung der Selbstmanagementfähigkeit des Pat., die zielorientiertes Verhalten unterstützt, im Mittelpunkt. Insges. kann der Prozess der ZWK in 7 elementare Schritte unterteilt werden: (1) Lenkung der Aufmerksamkeit auf zielrelevante Hinweisreize; (2) Identifikation persönlich relevanter Ziele; (3) Ordnen der Ziele gemäß Priorität und funktionalen Zus.hängen; (4) Fokussierung prioritärer Ziele; (5) Vergleich: Ziele vs. reales Handeln; (6) Planen und Umsetzen konkreter Maßnahmen, die die Passung von Zielen und Handeln erhöhen; (7) Erfolgsüberprüfung und ggf. Revision der Zielklärung und der Handlungsalternativen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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