Zwillinge, Identitätsentwicklung

 

[engl. development of theidentity of twins], [EW, PER], ist in der Entwicklungsps. der besondere Fall der Entwicklung einer persönlichen Identität in der Situation, dass Tag und Nacht ein Doppelgänger vorhanden ist. Das visuelle Selbsterkennen gilt als Merkmal dafür, dass Kinder mit etwa 18 Monaten ein Bewusstsein der eigenen Existenz, des Selbst, besitzen. Als Test für das Selbsterkennen hat sich der Rouge-Test etabliert. Sollen sich Kinder auf Fotos selbst erkennen, so gelingt das Einzel- und Geschwisterkindern mit knapp zwei Jahren. Zwillinge (= Z.) hinken im Tempo hinterher. Vor allem monozygote (eineiige) Z., d. h. genetisch nahezu identische Z., die sich sehr ähnlich sehen, halten das Kind auf dem Foto zunächst für ihr Z.geschwister statt für sich selbst. Doch auch ihnen gelingt ein paar Monate später das Selbsterkennen auf Fotos fehlerfrei. Zu Beginn der Pubertät zeigen Studien, dass sich Z. bewusst von ihrem Doppelgänger unterscheiden wollen. Bei monozygoten Z. scheint dennoch eine bes. Verbindung bestehen zu bleiben, die über sonstige Geschwisterbeziehungen hinausgeht. Als möglicher Grund dafür wird die Ähnlichkeit diskutiert, die auch die Identitätsentwicklung monozygoter Z. besonders prägen könnte, da sie es ermöglicht, sich selbst im anderen wiederzuerkennen. Dennoch gelingt es auch jedem einzelnen monozygoten Z., sich als Person mit eigenständiger Identität zu erleben.

Verwendete Literatur

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