Zwillinge, Sprachentwicklung

 

[engl. development of thelanguage of twins], [EW, KOG], ist in der Entwicklungsps. ein Aspekt der Sprachentwicklung unter der Bedingung einer in mehrfacher Hinsicht bes. Geschwisterkonstellation. Zwillinge (= Z.) sind gleich alt und teilen, wenn sie gemeinsam aufwachsen, von Anfang an ihre soziale Umgebung. Monozygote (eineiige) Z. sind zudem genetisch identisch (Genetik, Verhaltensgenetik); dizygote (zweieiige) Z. unterscheiden sich in ihrer genetischen Übereinstimmung nicht von anderen Geschwistern (Zwillingsforschung). Bei der Sprachentwicklung erlebt jeder Zwilling oft eine triadische Sprachlernumwelt statt der dyadischen von Einzelkindern und damit oft weniger geteilte Aufmerksamkeit und sprachliche Förderung durch die Bezugsperson (oft die Mutter). Z. haben aufgrund des gleichen Alters meist einen ähnlichen Sprachentwicklungsstand, während sich jüngere Kinder in anderen Geschwisterkonstellationen meist an sprachlich bereits fortgeschrittenen älteren Geschwistern orientieren können. Studien beschreiben einen Rückstand bei Z. im verbalen Bereich. In der Pronomenentwicklung weisen Z. ein geringeres Tempo auf als Einzel- und Geschwisterkinder. Dabei liegen dizygote Z. im Tempo zw. Einzel-/Geschwisterkindern und monozygoten Z. Einige Z. verwenden sog. Duale, das sind von den Z. selbst gewählte Personenbezeichnungen, die die Kinder für jedes Z.kind einzeln, aber auch als Paarbezeichnung verwenden.

Referenzen und vertiefende Literatur

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