Zytokine

 

(= Z.) [engl. cytokines], [BIO, PHA], Botenstoffe der Zellen des Immunsystems, die Wachstum und Differenzierung von Zellen regulieren. Im Zentralnervensystem (Nervensystem) werden Z. von Astrozyten und Zellen der Mikroglia produziert. Wichtige Zellen des Immunsystems sind B-Zellen und T-Zellen, zu denen die T-Helfer-Zellen (TH-Zellen) gehören. Nach ihren Z.sekretionsmustern lassen sich die TH-Zellen in zwei Subpopulationen differenzieren, die TH1-Zellen und TH2-Zellen. TH1-Zellen sezernieren v. a. Interleukin (IL)-2 und Interferon (IFN)-γ. Wichtige TH2-Zellen sind dagegen IL-4, IL-5 und IL-10. Die unterschiedlichen TH1- und TH2-Zellen fördern unterschiedliche Immunantworten, die entspr. als Typ-1- und Typ-2-Immunantwort bez. werden. Die Typ-1-Immunantwort aktiviert die zellvermittelte Immunantwort gegen Viren und Bakterien. Die Typ-2-Immunantwort fördert dagegen die B-Zell-Reifung und die Produktion von Antikörpern. Bei der Schizophrenie wird im Bereich der Psychoneuroimmunologie ein Überwiegen der Typ-2-Immunantwort gegenüber der Typ-1-Immunantwort angenommen. Es gibt weiterhin sog. proinflammatorische Z. wie IL-1, IL-6, und Tumornekrosefaktor-α (TNF-α), die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Ihre übermäßige Produktion soll eine Rolle in der Depression spielen. Z. sind auch am Auftreten von allergischen Reaktionen als Nebenwirkungen auf Psychopharmaka beteiligt. Dies können bspw. Hautreaktionen unter der Therapie mit Phasenprophylaktika wie Carbamazepin sein.

Verwendete Literatur

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